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Schutz in heimeligem Bauwagen

Kinzigtal- Nachrichten, Samstag den 25.01.2025

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Niederzell

Die neue Waldgruppe der Naturkindertagesstätte " Die Arche" in Niederzell geht in wenigen Tagen an den Start. Groß ist die Freude aller an der Umsetzung Beteiligten über den kürzlich fertiggestellten Bauwagen, der den Kindern künftig als Schutzmöglichkeit bei schlechtem Wetter dienen soll.

Zu einer ersten Besichtigung trafen sich jüngst die Verantwortlichen vonseiten des Trägers, der Stadt Schlüchtern, darunter Bürgermeister Matthias Möller (parteilos). Kerstin Baier-Hildebrand, Abteilungsleitung für Familien, Sport, Kultur und Tourismus, sowie deren Mitarbeiter Martin Bertram, zuständig unter andererm für die städtischen Kindergärten. Ebenfalls vor Ort war Bauhofleiter Marc Lotz mit einigen seiner Mitarbeiter, Yvonne Ackermann (Projekt Petra), fachliche Leitung der Kindertagesstätten in Schlüchtern sowie die Leiterin der Naturkindertagesstätte "Die Arche", Julia Post.

"Ich bin sehr zufrieden. Es ist schön geworden", kommentierte Baier-Hildebrand, die wie alle Anwesenden voll des Lobes war. Der geräumige Bauwagen, entworfen und errichtet von der Firma Wagenbau Junginger, steht in Sichtweite des Haupthauses am Waldrand, auf einem geschotterten Platz, umringt von Bäumen und Streuobstwiesen.

Der Bauwagen verfügt über eine großzügige überdachte Veranda. Im Inneren riecht es nach frischem Holz, eine gemütliche Sitzecke mit Panoramafenster, sowie zahlreichen Kissen und Decken lädt zum Kuscheln ein, praktische Klapptische und Bänke stehen im Bauwagen - und gegen die Kälte gibt es einen Holzofen. Kisten an den Außenseiten des Wagens bieten weiteren Stauraum, etwa für Rucksäcke und Ausrüstung.

"Die Stadt investiert in ihre Kindergärten", unterstrich Rathauschef Matthias Möller und dankte besonders dem Bauhof für dessen gute Arbeit: "Das war ein spannendes Projekt". Wie der für die städtischen Kindergärtenplätze verantwortliche Mitarbeiter Martin Bertram mitteilte, seien von der Idee bis zur Umsetzung etwa eineinhalb Jahre vergangen. Viele Behörden seien involviert gewesen, etwa im Hinblick auf Bauplanung und Naturschutz. Unter anderem sei ein geologisches Bodengutachten erstellt worden. Die Gesamtkosten für das Vorhaben beliefen sich auf etwa 160.000 bis 170.000 Euro, so Bertrams Schätzung. Das Waldstück, in dem sich die Waldkinder hauptsächlich aufhalten werden, werde derzeit noch von Mitarbeitern des Forstamtes verkehrssicher gemacht, welche die Bäume prüften und morsche Äste entfernten.

"Unsere Kita war bisher zweigruppig- eine U3 Gruppe mit zwöf Kindern und eine Ü3 Gruppe mit 23 Kindern, also insgesamt 35 Kinder", berichtete Leiterin Julia Post. Der Bauwagen sei eine Erweiterung der Einrichtung, die somit nun drei Gruppen habe. In der Waldgruppe werden künftig 20 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt von zwei pädagogischen Fachkräften betreut, unterstützt durch eine Zusatzkrfat/ Auszubildende. Neue Aufnahmen starten dann am 1.März.

Die Betreuungskernzeit der Waldgruppe ist von 8 bis 14 Uhr, überdies gibt es eine begrenzte Anzahl an Ganztagsplätzen. Kinder, die einen solchen gebucht haben, verbringen den Nachmittag von 14 bis 17 Uhr im Haupthaus. "Wir als Naturkindergarten bieten täglichen, wetterunabhängigen Kontakt mit der Natur. Sie dient uns als zusätzlicher Lern-und Erfahrungsraum, welcher an drei festen Waldtagen in der Woche auf unserem zusätzlichen Waldgrundstück vertieft wird" erläuterte Julia Post. Das natürliche Spielmaterial wecke die Fantasie und Kreativität.: So werde aus einem umgestürtzen Baum schnell ein Piratenschiff, Steine und Tannenzapfen verwandeln sich in Schätze. "Durch unser Leitbild einer ganzheitlichen Betrachtung der kindlichen Persönlichkeit streben wir eine Förderung der seelischen, geistigen und körperlichen Entwicklung der uns anvertrauten Kinder an. Hierzu ist die Naturpädagogik ein guter Begleiter für unsere tägliche Arbeit".

Geplant ist laut Julia Post auch das Anbauen von Gemüse in Hochbeeten. "Und wenn es das Wetter zulässt, laden wir die Kinder auf ein Stockbrot an unserer Feuerstelle ein. Dies ist ein besonderer Platz für Gespräche und gemütliches Beisammensein".

von Kathrin Noll Kinzigtal Nachrichten

 

 Bauwagen drei Die gemütliche Kuschelecke mit Panoramafenster.